Call It An Agile Day

Heute war ich wieder einmal auf einer Entwicklerkonferenz. Ich hatte mich im Vorfeld sehr auf den Agile Day der W-JAX in München gefreut, aber am Ende lässt er mich etwas ratlos zurück.

Wir brauchen flache (keine?) Hierarchien, selbstorganisierte Teams und die passende Organisationstruktur, um der wachsenden Komplexität zu begegnen. Es gibt dutzende Antipatterns und natürlich funktioniert das nicht von heute auf morgen. Ach ja, und der Kunde muss selbstredend mitspielen. Soweit also keine wesentlichen Neuerungen.

Den Speakern mit all ihren Erfahrungen und Erkenntnissen kann ich (fast) nur zustimmen. Die Probleme, die Auslöser des Agilen Manifests waren, erlebe ich noch heute, 16 Jahre nach dessen Formulierung. Man sollte meinen, alle Beteiligten im Entstehungsprozess von Software wären dankbar für diese Leitlinien und würden sie gerne aufgreifen.

Das Gegenteil ist der Fall. Während ein Teil sie vermutlich bis heute nicht mal kennt, haben andere sie nicht so recht verstanden. Manche sind sogar klare Gegner von „diesem Agile“. Wie können die Meinungen nur so weit auseinander gehen? Wieso braucht es im Jahr 2017 überhaupt noch einen „Agile Day“ auf einer Entwicklerkonferenz (der übrigens erfreulicherweise gut besucht war)? Ist nicht längst schon alles gesagt, was es dazu zu sagen gibt?

Vielleicht läuft es ja wie mit der Bibel. Die hat auch schon ein paar Jahre auf dem Buckel und ändert sich doch gar nicht mehr. Aber interpretiert, ausgelegt und erklärt wird sie bis heute. Womöglich haben wir also noch einige Agile Days vor uns.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.